TransMIT-Projektbereich zu neuen Ansätzen der Bekämpfung und Regeneration von Lungenschäden an der JLU Gießen gegründet
Erkrankungen und Schädigungen der Lunge zählen weltweit zu den häufigsten und schwerwiegendsten Gesundheitsproblemen. Akute Lungenschädigungen, etwa im Rahmen von Infektionen oder toxischen Einwirkungen, sowie chronische Erkrankungen wie die Lungenfibrose stellen große Herausforderungen für Medizin und Forschung dar. Trotz intensiver Forschungsaktivitäten sind viele der zugrunde liegenden Mechanismen bislang nicht vollständig verstanden, was die Entwicklung wirksamer Therapien erschwert.
Zudem besteht ein hoher Bedarf an innovativen Ansätzen, die nicht nur die Behandlung von Lungenschäden verbessern, sondern auch regenerative Prozesse gezielt fördern. Insbesondere das Zusammenspiel von Immunreaktionen, zellulären Reparaturmechanismen und mikrostrukturellen Veränderungen in der Lunge rückt zunehmend in den Fokus moderner biomedizinischer Forschung.
Vor diesem Hintergrund wurde der TransMIT-Projektbereich zu neuen Ansätzen der Bekämpfung und Regeneration von Lungenschäden gegründet. Der an der Justus-Liebig-Universität Gießen angesiedelte Bereich unter der Leitung von Prof. Elie El Agha widmet sich der systematischen Untersuchung der zellulären und molekularen Grundlagen von Lungenschädigung und -regeneration.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Analyse akuter Lungenschäden, etwa im Kontext von ARDS, Infektionen oder toxischen Einwirkungen. Parallel dazu werden regenerative Prozesse in der Lunge untersucht, insbesondere im Hinblick auf Stammzellbiologie und die Interaktion zwischen mesenchymalen Nischen, epithelialer Reparatur und immunologischen Reaktionen.
Darüber hinaus beschäftigt sich der Projektbereich intensiv mit den Pathomechanismen der Lungenfibrose. Ziel ist es, potenzielle therapeutische Zielstrukturen zu identifizieren und neue antifibrotische Ansätze zu entwickeln. Hierzu werden präklinische Modelle (in vitro, ex vivo und in vivo) etabliert und genutzt, um Krankheitsprozesse realitätsnah abzubilden und innovative Therapien zu testen.
Das Leistungsspektrum umfasst unter anderem die Durchführung histologischer und immunhistochemischer Analysen von Lungengewebe, die quantitative Bewertung fibrotischer Veränderungen sowie zellkulturbasierte Funktionsanalysen wie Proliferations-, Differenzierungs- und Zytotoxizitätstests. Ergänzend kommen molekulare Verfahren wie qPCR, RNA-Sequenzierung und Proteinanalytik zum Einsatz.
Ein weiterer Fokus liegt auf dem Screening und der Testung pharmakologischer Substanzen und biologischer Therapeutika mit dem Ziel, neue Behandlungsstrategien zur Förderung der Lungenreparatur und -regeneration zu entwickeln und zu validieren.
Zur Zielgruppe des neuen Projektbereichs zählen Unternehmen, die Medikamente zur Behandlung organbezogener Fibrosen entwickeln, Fachkräfte und Anwender biotechnologischer Methoden sowie universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen im Bereich der biomedizinischen Forschung.
Weitere Informationen zum „TransMIT-Projektbereich zu neuen Ansätzen der Bekämpfung und Regeneration von Lungenschäden“ unter: https://www.transmit.de/geschaeftsbereiche/zentren/details/?z_id=292
Mehr zu Prof. Elie El Agha unter: https://ilh-giessen.de/en/professorships/pathogen-induced-injury-and-repair/
