Innovatives Modell im Zeichen der Mobilitätswende: Überregionales Verbundprojekt zur automatischen Baustellenerfassung Köln (ABK) auf der polisMobility 2022

Wie wichtig zeitnahe und verlässliche Informationen für den reibungslosen Ablauf des fließenden Verkehrs sein können, zeigt sich gerade vielfach vor dem Hintergrund der mit der Einführung des 9-Euro-Tickets verbundenen Störungen, Ausfällen und Verspätungen im öffentlichen Regional- und Personennahverkehr. Handelt es sich bei dieser aktuellen Aktion jedoch um eine zeitlich begrenzte Ausnahmesituation mit besonderen Herausforderungen, so sind sämtliche Verkehrsteilnehmer bereits seit Jahrzehnten stetig und teils zunehmend mit den scheinbar unvermeidbaren Begleiterscheinungen von Baustellen und entsprechenden Arbeitseinsätzen konfrontiert. Um hier Abhilfe zu schaffen, haben verschiedene Partner im Rahmen des Verbundprojektes zur automatischen Baustellenerfassung Köln (ABK) eine innovative Lösung entwickelt und nun auf der Kölner Mobilitätsmesse polisMobility als Best-Practice-Modell öffentlich vorgestellt.

Vor allem in Stadtgebieten werden zum fortwährenden Unmut der verschiedenen Verkehrsteilnehmer zahlreiche Baumaßnahmen und kurzfristige Entstörungsmaßnahmen durchgeführt, die zu Einschränkungen im öffentlichen Raum führen. Die Zeitpunkte der tatsächlichen Bautätigkeit und der damit verbundenen verkehrlichen Einschränkung sind dabei einer gewissen Unschärfe unterworfen. Unsicherheiten über den Status der Baustellen erfordern häufig Kontrollfahrten oder zusätzliche Kommunikation mit manueller Eingabe in die vorhandenen Systeme. Diese Informationslücken verursachen Staus mit entsprechenden Umweltbelastungen. Für eine wirkungsvolle Verkehrsinformation braucht es daher eine automatische Echtzeit-Verifizierung der aktuellen Baumaßnahmen.

Im Rahmen des vom BMDV geförderten Verbundprojektes zur automatischen Baustellenerfassung Köln (ABK) ist die Ausstattung von baustellentypischen Absperrobjekten mit Kommunikations- und Positionierungstechnologie wie LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) und GNSS (Globales Navigationssatellitensystem) vorgesehen. Die automatisch erfassten Sensordaten werden mittels LoRaWAN übertragen und mit Genehmigungsdaten abgeglichen. Die Datenübertragung des Standorts und der Baustellenkennung erfolgt an die GIS- und Monitoringsysteme von RheinEnergie, sowie an die Systeme der Verkehrsleitzentrale der Stadt Köln. Dort werden Verkehrsmeldungen in dem Standard für Mobilitätsdaten DATEX II erzeugt und an den MDM (Mobilitäts Daten Marktplatz) weitergegeben.

Dieses innovative System ermöglicht die Bereitstellung von zeitnahen und verlässlichen Informationen über aktuelle Verkehrseinschränkungen etwa aufgrund von Baumaßnahmen oder Entstörungseinsätzen. Somit kann eine zeitlich exakte Schaltung adäquater Verkehrsstrategien der Stadt Köln zur Verbesserung von Sicherheit und Verkehrsfluss bei gleichzeitiger Minderung von Emissionen gewährleistet werden. Darüber hinaus wird durch die verbesserte Informationsqualität eine Optimierung der internen Prozesse bei der RheinEnergie angestrebt. Schließlich erfolgt über den Mobilitäts Daten Marktplatz (MDM) ein diskriminierungsfreier Datenzugang für alle Akteure im Verkehr.

„Über das große Interesse und die Gelegenheit, unser Lösungsmodell gleich auf der ersten polisMobility vor einem Fachpublikum ausführlich präsentieren zu können, haben wir uns sehr gefreut“, betont Prof. Dr. Jörg Pfister, Leiter des TransMIT-Projektbereiches für öffentlichen Verkehr und Verkehrsmanagement. „Mit der Realisierung des Projektes sind viele Vorteile verbunden. Neben den im engeren Sinne intelligenten technischen Optimierungsstrategien im Gesamtzusammenhang einer Smart City gewährleistet unser Ansatz nicht zuletzt durch weniger Stress und weniger Umweltbelastung eine deutliche Steigerung der allgemeinen Lebensqualität auf verschiedenen Ebenen. Unser Modell sehen wir daher als integralen Bestandteil einer dringend notwendigen echten Mobilitäts- und Verkehrswende.“

Die in diesem Jahr zum ersten Mal ausgerichtete polisMOBILITY stand nach Angaben der Veranstalter ganz im Zeichen der Frage: „Wie wollen wir zukünftig Mobilität in den Städten und Regionen gestalten?“ Insgesamt besuchten rund 15.000 Besucherinnen und Besucher aus 30 Ländern die polisMOBILITY, die sowohl auf dem Messegelände als auch auf den Aktionsflächen in der Kölner Innenstadt gezählt wurden. Konzeptionell steht die polisMOBILITY auf drei sich inhaltlich ergänzenden Säulen: Exhibition, Exchange und Experience. Der Ausstellungsbereich wurde gezielt konzipiert, um Begegnungen zu ermöglichen. Der Plazabereich im Zentrum des Geschehens lud zu Diskussionen und Netzwerken ein und wurde durch interaktive Vortrags- und Eventflächen ergänzt. Die Bandbreite der Aussteller reichte von Global Playern bis zu jungen Start-ups.

 

Über das ABK-Verbundprojekt:

Das überregionale Verbundprojekt zur automatischen Baustellenerfassung Köln (ABK) wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) gefördert und mit der TransMIT GmbH als Verbundkoordinator vom 1. Januar 2021 bis zum 31. August 2022 über eine Laufzeit von 20 Monaten realisiert. Zu den Projektpartnern gehören neben dem TransMIT-Projektbereich für öffentlichen Verkehr und Verkehrsmanagement die pwp-Systems GmbH aus Bad Camberg, die Stadt Köln sowie die ebenfalls in Köln ansässige RheinEnergie AG. 

Über die polisMOBILITY:

Die Koelnmesse präsentiert am Messeplatz Köln mit der INTERMOT und THE TIRE COLOGNE bedeutende internationale Leitmessen rund um das Thema Mobilität. Ab 2022 hat die Koelnmesse ihr Portfolio um die polisMOBILITY erweitert, ein neues hybrides Event, das aufzeigt, wie Mobilität in Städten in Zukunft gestaltet werden kann und muss. Bei THE TIRE COLOGNE stehen neben Reifen und Rädern Ausrüstungen für Kfz- und Reifenwerkstätten sowie ein umfassendes Angebot rund um die Bereiche Reifenrunderneuerung sowie Altreifenverwertung und -entsorgung im Zentrum. Die INTERMOT Köln fokussiert motorisierte Zweiräder und stellt die wichtigsten Neuheiten aus den Bereichen Elektromobilität, Zubehör, Bekleidung, Teile, Customizing, Reisen und Werkstattausrüstung vor. Als zentrale internationale Businessplattformen bringen die Veranstaltungen gezielt die Branche zusammen zur Präsentation neuester Produkte, Entwicklungen und Innovationen. Die nächste polisMOBILITY findet zeitgleich mit der Vollversammlung des Deutschen Städtetages vom 24. - 27. Mai 2023 in Köln statt.
Weitere Informationen: https://www.polis-mobility.de/die-messe/polismobility/branchenmessen

Über das Förderprogramm mFUND des BMDV:

Im Rahmen des Förderprogramms mFUND unterstützt das BMDV seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um datenbasierte digitale Innovationen für die Mobilität 4.0. Die Projektförderung wird ergänzt durch eine aktive fachliche Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Forschung und die Bereitstellung von offenen Daten auf dem Portal mCLOUD.

Weitere Informationen finden Sie unter www.mfund.de

mfund

Notiz für die Redaktion
Die TransMIT GmbH erschließt und vermarktet im Schnittfeld von Wissenschaft und Wirtschaft seit 1996 mit rund 160 Angestellten das Innovations-Potenzial zahlreicher Wissenschaftler aus mehreren Forschungseinrichtungen in und außerhalb Hessens. Direkt aus den drei Gesellschafterhochschulen der TransMIT GmbH (Justus-Liebig-Universität Gießen, Technische Hochschule Mittelhessen und Philipps-Universität Marburg) bieten mehr als 160 TransMIT-Zentren unter professioneller wissenschaftlicher Leitung innovative Produkte, Technologien, Dienstleistungen sowie Weiterbildungsveranstaltungen aus nahezu allen Fachrichtungen an. Der Geschäftsbereich Patentverwertung identifiziert und bewertet im Kundenauftrag Produktideen und Forschungsergebnisse und bietet diese international für Lizenzierung oder Kauf an. Das betreute Portfolio umfasst dabei alle Technologiefelder deutscher Hochschulen. Ergänzt wird dieses Angebot durch Leistungen für das komplette Innovationsmanagement von der Idee bis zum marktreifen Produkt im Geschäftsbereich Managed Innovation Services (MIS), insbesondere Fördermittelberatung und Projektmanagement für kleine und mittelständische Unternehmen. Darüber hinaus initiiert und betreut das Geschäftssegment Kooperationsnetzwerke & Neue Märkte Netzwerke zwischen KMU, die sich proaktiv weiterentwickeln wollen. Die TransMIT GmbH hat bei mehreren Rankings im Auftrag verschiedener Bundesministerien jeweils den 1. Platz unter den 21 größeren Technologietransfer-Unternehmen in Deutschland erreicht und ist autorisierter Partner des BMWi-Programms „go-Inno“ sowie der Innovationsberatung des BAFA. Referenzprojekte sind u. a. das Museum „mathematikum“, das Clustermanagement für die Medizinwirtschaft „timm“ und die BMWi-Projekte „SIGNO KMU-Patentaktion“ und „-Erfinderfachauskunft“ sowie „WIPANO Unternehmen“. Aktuell ist die TransMIT GmbH federführender Partner der EU-Initiative KETBIO (Key Enabling Technologies in Biotechnology) und gehört zum Projektkonsortium des europäischen Programms zur Förderung der Biotechnologie als einer von sechs bedeutenden Schlüsseltechnologien (KETs) des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont 2020 (https://www.ketbio.eu/).

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Holger Mauelshagen
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  Prof. Dr.-Ing. Jörg Pfister
TransMIT-Projektbereich für öffentlichen Verkehr und Verkehrsmanagement
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