Offizielle Preisverleihung beim Kooperationsnetzwerk timm und der TransMIT GmbH

Im Rahmen einer offiziellen Preisverleihung in den Räumen der TransMIT GmbH hat das von Prof. Wolfgang Maison und seinen Mitarbeitern an der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen entwickelte Projekt „Funktionelle Oberflächenmodifikation“ heute die Auszeichnung als „Ausgewählter Ort 2012“ im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ erhalten. Die für ein weites Feld von Einsatzmöglichkeiten bedeutsame Erfindung der Forscher ermöglicht eine dauerhaft hygienische Beschichtung von Metall- und Knochenoberflächen und eröffnet so gänzlich neue Perspektiven für zahlreiche Anwendungsfelder unter anderem in sensiblen Hygienebereichen von Krankenhäusern oder der Implantatmedizin.

In Deutschland infizieren sich pro Jahr bis zu einer Million Menschen mit krankheitserregenden Mikroorganismen, besonders in Kliniken und der Gastronomie. Die Erreger werden meist über Oberflächen wie Türklinken oder Sanitärarmaturen weitergegeben. Prof. Maison hat am Institut für Organische Chemie der JLU Gießen neuartige Verbindungen entwickelt, die sich an Vorbildern aus der Natur, zum Beispiel dem natürlichen „Klebstoff“ von Muscheln, orientieren. Durch die Beschichtung von Oberflächen mit diesen Verbindungen können Infektionen und Anlagerungen von Bakterien und Proteinen ohne Antibiotika verhindert werden. Das Patent der JLU wird von der TransMIT GmbH betreut und verwertet. Prof. Maison ist Leiter des in diesem Jahr gegründeten TransMITProjektbereichs für biomimetische Oberflächenbeschichtung. Das bei der TransMIT angesiedelte Clustermanagement „timm“ (Technologie & Innovation Medizinregion Mittelhessen) unterstützt und begleitet Prof. Maison darüber hinaus in seinem aktuellen Projekt der biomimetischen Oberflächenbeschichtung beim hessischen Patentfonds.

Der Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ wird seit 2006 von der Standortinitiative „Deutschland - Land der Ideen“ gemeinsam mit der Deutschen Bank realisiert. Christoph Rommel, Filialdirektor der Deutschen Bank in Gießen, überreichte Prof. Wolfgang Maison und seiner Mitarbeiterin Elisa Franzmann die Auszeichnung als „Ausgewählter Ort 2012“ und betonte: „Die TransMIT ist ein lebendiges Beispiel für die Kreativität und Innovationskraft des deutschen Mittelstands.“

Dr. Peter Stumpf, Geschäftsführer der TransMIT GmbH, kommentierte die Auszeichnung: „Wir sind sehr stolz, ein „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen zu sein.“ Neben der außerordentlichen wissenschaftlichen Leistung der Preisträger verwies Dr. Stumpf in seiner Begrüßungsrede insbesondere auf die wichtige Rolle des Kooperationsnetzwerkes Technologie & Innovation Medizinregion Mittelhessen, auf dessen Initiative die Anmeldung des Projektes "Funktionelle Oberflächenmodifikation“ beim bundesweiten Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“  zurückgeht:„Ohne den Einsatz der Mitarbeiter von „timm“ wäre es gar nicht erst zu einer Teilnahme des Projektes beim Wettbewerb gekommen. Die Auszeichnung ist insofern nicht zuletzt eine Anerkennung für das Engagement des Clustermanagements für die Medizinregion Mittelhessen, das sich gegenwärtig auch intensiv und erfolgreich um die Weiterführung verschiedener auf der Erfindung von Prof. Maison basierenden Vorhaben kümmert.“

Nach der Würdigung der Erfinder in Grußworten von Prof. Dr. Eva Burwitz-Melzer, Vizepräsidentin der JLU Gießen, sowie des Repräsentanten der Initiative "Deutschland - Land der Ideen“, Emanuel von Bodman, hob auch der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Helge Braun, in seiner Ansprache vor namhaften Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik die mit der Auszeichnung verbundene Wertschätzung für den wissenschaftlichen Innovationsprozess und dessen maßgebliche Bedeutung für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit hervor.

„Hinter den „Ausgewählten Orten 2012“ stehen Ideen, die begeistern - von Menschen, die echtes Engagement zeigen. Sie stehen für Fortschritt und Zukunft in Deutschland“, begründete Christoph Rommel das Engagement der Deutschen Bank. Aus über 2.000 Bewerbungen wählte die Expertenjury aus Wissenschaftlern, Wirtschaftsmanagern, Journalisten und Politikern die „Funktionelle Oberflächenmodifikation“ der JLU Gießen als Preisträger aus.




Personen (v.l.n.r.): Emanuel von Bodman, Dr. Helge Braun, Prof. Dr. Eva Burwitz-Melzer, Prof. Dr. Maison, Christoph Rommel, Dr. Peter Stumpf

 


Notiz für die Redaktion
Die TransMIT GmbH erschließt und vermarktet - mit rund 155 Angestellten - im Schnittfeld von Wissenschaft und Wirtschaft professionell die Potenziale von rund 6.000 Wissenschaftlern von mehreren Forschungseinrichtungen in und außerhalb Hessens. Direkt aus den drei Gesellschafterhochschulen der TransMIT GmbH (Justus-Liebig-Universität Gießen, Technische Hochschule Mittelhessen und Philipps-Universität Marburg) bieten derzeit 139 TransMIT-Zentren innovative Technologien und Dienstleistungen aus den Bereichen Life Sciences, Technik, Kommunikation/Medien/Literatur, Unternehmensführung/Management, Informations- und Kommunikationstechnik an. Der Geschäftsbereich Patente, Innovations- und Gründerberatung widmet sich der Bewertung (Marktanalyse, Patentrecherche), dem Schutz und der Umsetzung von inter-/ nationalen Innovations- und Wachstumsvorhaben. Das Geschäftssegment Kommunikationsdienste und -netze bietet Dienstleistungen rund um den effizienten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie. Die TransMIT-Akademie führt Weiterbildungsveranstaltungen zu neuen Technologien und Entwicklungen durch. Die TransMIT GmbH hat bei mehreren Rankings im Auftrag verschiedener Bundesministerien jeweils den Platz 1 unter den 21 größeren Technologietransfer-Unternehmen in Deutschland erreicht.

Zu den Kunden der TransMIT GmbH zählen namhafte Unternehmen aus den Branchen Pharma/Medizin, Biotechnologie, Chemie, Automobil, Anlagen- und Maschinenbau, Elektrotechnik, Optik, Informationstechnologie, Neue Medien, Telekommunikation sowie Handel und Dienstleistung. Referenzprojekte sind u.a. das Mathematikmuseum zum Anfassen, H-IP-O (Hessische Intellectual Property Organisation), Aktionslinie hessen-teleworking, Aktionslinie hessen-biotech! sowie das Wissenschaftsportal der European Polymer Federation (EPF). Gegründet wurde die TransMIT GmbH 1996 als Gemeinschaftsprojekt der mittelhessischen Hochschulen, Volksbanken und Sparkassen sowie der IHK Gießen-Friedberg. Sie verfügt über Büros an den Standorten Marburg, Gießen, Friedberg und Frankfurt.

Über timm
timm - Technologie & Innovation Medizinregion Mittelhessen - ist das Kooperationsnetzwerk für die mittelhessische Medizinwirtschaft, das bei der regionalen Patentverwertungsagentur TransMIT GmbH angesiedelt ist.

timm arbeitet mit Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, dem Universitätsklinikum, Wirtschaftsförderern der Region, Städten und Kommunen zusammen.

Durch die enge Vernetzung und Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft soll das enorme Potenzial, über das die Region Mittelhessen in der Medizinwirtschaft verfügt, nutzbar gemacht werden.

Das Projekt wird vom Land Hessen und der Region gemeinsam finanziert und von der Europäischen Union aus Mitteln des Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Partner sind die Wirtschaftsförderer der Universitätsstädte Gießen und Marburg, des Landkreises Marburg-Biedenkopf und des Landkreises Gießen, das Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, die TransMIT Gesellschaft für Technologietransfer mbH und das Regionalmanagement für Mittelhessen - MitteHessen e.V.


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    Fanni Brinkmann
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