Trotz starker Unterschiede zwischen einzelnen Anbietern ist die Versorgung Sterbender in Deutschland in den Pflegeheimen nach wie vor problematisch

Obwohl statistisch ungefähr jeder dritte Bundesbürger in einem Pflegeheim verstirbt, wurde im zurückliegenden Jahr erstmals eine Studie zur dort erreichten Versorgungsqualität durchgeführt. Über 2.600 Mitarbeiter/innen aus annähernd 500 Pflege­einrichtungen aller Bundesländer haben sich an der zu diesem Zweck durchgeführten Befragung beteiligt. Zusammen­gefasst entsteht ein düsteres Bild der Situation der Betreuung Sterbender, auch wenn einzelne Einrichtungen auf einem guten Weg sind.

Ziel der unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang George vom TransMIT-Projektbereich für Versorgungsforschung und Beratung durchgeführten Studie war es, die pflegerische, medizinische und psycho-soziale Versorgungssituation Sterbender in stationären Pflegeeinrichtungen zu erfassen. Das hierfür verwendete Messinstrument umfasst 44 Variablen zu den Sachverhalten: zeitliche, personelle und institutionelle Ressourcen (a), Ausbildung (b), Arbeitsklima (c), Angehörigenintegration (d), Kommunikation (e), Schmerz- und Symptomkontrolle, Lebenserhaltung und Aufklärung (f), Belastung der Helfer und würdevolles Sterben (g). Die befragten Mitarbeiter arbeiten in 467 Einrichtungen. Es wurde Wert darauf gelegt, alle Bundesländer, unterschiedliche Trägerschaften sowie Institutionen verschiedener Größe und Lage zu erreichen. Ungefähr 35% der Einrichtungen wurden durch einen Online- und 65% durch einen Papierfragebogen untersucht.

Folgende -- ausgewählte -- Befunde wurden ermittelt: Die zeitlichen Ressourcen und personellen Ressourcen werden von mehr als einem Drittel der Befragten erheblich problematisiert. Nur 34% berichten, dass grundsätzlich qualifizierte Pflegende eingesetzt würden. Lediglich die Hälfte (53%) beschreiben die Zusammenarbeit mit den komplementären Partnern als Regelfall. Ein Drittel der Befragten beschreiben sich durch ihre Ausbildung für die Betreuung Sterbender unvorbereitet. 33% geben an, dass die Angehörigen in die Versorgung einbezogen werden. Es sind weniger als ein Drittel (27%), die angeben, dass ihre Einrichtung wie erforderlich durch ehrenamtliche Mitarbeiter wirksam unterstützt würde.

Es gibt auch positive Ergebnisse zu berichten: Etwa ¾ der Studienteilnehmer beschreiben eine angemessene Schmerztherapie und gelungene Symptomkontrolle und in ca. ¾ der Einrichtungen besteht die Möglichkeit der Übernachtung für Angehörige. Obwohl ein Drittel der Befragten angeben, dass Patienten oft bzw. immer alleine versterben und ebenfalls nur ein Drittel, dass dies selten bzw. nie der Fall wäre, sind immerhin ¾ der Befragten davon überzeugt, dass an ihrem Arbeitsplatz ein würdevolles Sterben möglich sei. Gezeigt werden konnte, dass die Art der Trägerschaft einen mittleren Einfluss auf die erreichte Betreuungsqualität besitzt. Zusammengefasst liegt die kommunale vor der freigemeinnützigen und der privaten Trägerschaft. Ähnliches gilt für die kleineren sowie Einrichtungen im ländlichen Raum, dort bestehen jeweils die besseren Bedingungen.

Im Vergleich der Sterbeorte Krankenhaus und Pflegeeinrichtung sind die Befunde inkonsistent. Deutlich wird, dass die Schmerztherapie und Symptomkontrolle auch in Pflegeeinrichtungen gelingen kann und die dort vorzufindenden strukturellen Voraussetzungen – wie etwa die Art der Räumlichkeiten – häufig als besser ausgeprägt beschrieben werden. Die Länge der Berufserfahrung besitzt einen erheblichen Einfluss insofern, als die Erfahrenen die bestehende Situation akzentuierter problematisieren und sich zugleich stärker auf ihre eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten verlassen. Offenkundig wird, dass leitende Mitarbeiter die Situation weit positiver beschreiben als die in der unmittelbaren Versorgung Beschäftigten. Ebenfalls klar erkennbar wird auch die positive Rolle der Auszubildenden.

Aufgrund der Studienerfahrungen empfehlen die Verfasser weitere Forschungsbemühungen, auch um die Anzahl der partizipierenden Einrichtungen – insbesondere großer privater Trägereinrichtungen -- zu erhöhen. Ein erster Vergleich der Bundesländer wird gegenwärtig erstellt. Ziel sollte die Etablierung eines bundesweit gültigen Monitorings als Teil eines externen und unabhängigen Qualitätsmanagements sein.

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