Wundinfektionen im Krankenhaus verhindern

An der Fachhochschule Gießen-Friedberg wurde am 14. August 2008 ein neuer Forschungs-Operationsraum eröffnet. Zu der feierlichen Einweihung kamen rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Prof. Hans-Martin Seipp vom TransMIT-Zentrum für Hygiene und Technisches Gesundheitswesen hat gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Hartmut Bode das Projekt ohne Zuschüsse aus Industriemitteln finanziert.

Der ForschungsOperationsraum soll der Ausbildung von Studierenden sowie der Forschung dienen. Das Verhindern von Wundinfektionen während einer Operation steht dabei im Mittelpunkt.

Die meisten Wundinfektionen im Krankenhaus entstehen direkt im Operationsraum. Dabei spielen durch die Luft übertragene Erreger eine wichtige Rolle. Da dies in erster Linie ein technisches Problem ist, stellt sich die Frage: Wie können Operationsräume keimfrei belüftet werden? An der Fachhochschule Gießen-Friedberg wird dieses Problem untersucht. Jetzt haben die Ingenieure für Krankenhaustechnik dort die Möglichkeit, in einem neuen Modell-Operationsraum zu forschen.

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Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann eröffnet den neuen Forschungs-Operationsraum. (Von links nach rechts: FH-Präsident Grabatin, Brigitte Nink-Grebe, Prof. Bode, Oberbürgermeister Haumann und Prof. Seipp)



Im Forschungs-Operationsraum werden unterschiedliche Situationen (Raumgröße, Strömungsverhältnisse, Temperatur etc.) nachgestellt und nach entsprechenden technischen Optimierungen gesucht. Auf diese Weise sollen neue Technikstandards für zukünftige Operationsräume gesetzt werden. Mit moderner Operations- und Reinraumtechnik sollen im Krankenhaus erworbene Wundinfektionen verhindert werden.

Gleichzeitig dient der Forschungs-Operationsraum, als Teil des neuen Zentrums für Medizin und Krankenhaustechnik, der Ausbildung der Studierenden des Studiengangs KrankenhausTechnikManagement an der FH Gießen-Friedberg.

Es ist der einzige Studiengang für Fachingenieurinnen und Fachingenieure mit der Spezialisierung auf das technische Krankenhausmanagement im deutschsprachigen Raum. Forschung und Lehre sind hierbei eng miteinander verknüpft. Die Ausbildung mithilfe modernster Technik bildet die Grundvoraussetzung für spätere Forschungserfolge. Der Studiengang KrankenhausTechnikManagement zieht jedes Jahr mehr als 80 Studierende nach Mittelhessen. „Mit dem neuen Forschungs-Operationsraum dürfte diese Zahl in den nächsten Jahren deutlich ansteigen“, erklärt Studiengangsleiter Hans-Martin Seipp. Damit stärkt das Projekt die Stellung der Region als wichtiger Ausbildungs- und Forschungsstandort in der Medizin.

Die Ausstattung des Operationsraumes hat insgesamt rund 260 000 Euro gekostet. Besonders stolz sind die Projektleiter Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Hans-Martin Seipp und Prof. Dr.-Ing. Hartmut Bode darauf, dass sich der Forschungs-Operationsraum ganz ohne Fördermittel finanziert hat. Zahlreiche Industrie- und Forschungspartner aus der Region Mittelhessen und dem gesamten Bundesgebiet unterstützten die beiden Forscher und ihr Team bei der Verwirklichung des Projekts. Medizintechnik aus Mittelhessen spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Weiss Klimatechnik GmbH aus Reiskirchen unterstützt das Projekt durch Wand-Umluftmodulsysteme und ein komplettes Abluftsystem.

timm, das Kooperationsnetzwerk für die mittelhessische Medizinwirtschaft, übernimmt die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt und sorgt für dessen Vermarktung. Mit dem neuen Forschungs-Operationsraum unterstreicht Mittelhessen einmal mehr seine Rolle als Medizinregion mit Zukunft.


Notiz für die Redaktion

Über timm
timm Technologie & Innovation Medizinregion Mittelhessen ist das Kooperationsnetzwerk für die mittelhessische Medizinwirtschaft, das bei der regionalen Patentverwertungsagentur TransMIT GmbH angesiedelt ist.

timm arbeitet mit Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, dem Universitätsklinikum, Wirtschaftsförderern der Region, Städten und Kommunen zusammen.

Durch die enge Vernetzung und Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft soll das enorme Potenzial, über das die Region Mittelhessen in der Medizinwirtschaft verfügt, nutzbar gemacht werden.

Das Projekt wird vom Land Hessen und der Region gemeinsam finanziert. Partner sind die Stadt und der Landkreis Gießen, die Stadt Marburg, der Landkreis Marburg-Biedenkopf, die Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH, die IHK Gießen-Friedberg, die Rhön-Klinikum AG, die Weiss Klimatechnik GmbH, der Verein MitteHessen e.V. und die drei mittelhessischen Hochschulen. timm wird von der Europäischen Union aus Mitteln des Fonds für Regionale Entwicklung kofinanziert.


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timm Technologie & Innovation Medizinregion Mittelhessen
Julia L. Becker, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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  Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Hans-Martin Seipp
Fachhochschule Gießen-Friedberg
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